of a socialdemocratic outlook on life…

gegen den Zensusliberalismus

Krise beim Parteiennachwuchs

Der Skandal ist perfekt.

Philipp Mißfelder, seines Zeichens lebenslanger Vorsitzender der Jungen Union hat mal wieder allen vor den Kopf gestoßen.

Jüngst beschrieb er eine Erhöhung des Harz-IV Regelsatzes als “Anschub für Tabak- und Spirituosenindustrie” bezeichnet. Der mediale Aufschrei war selbstredent, wie auch bei Gottfried Ludewigs Vorschlag die Stimmen aller Rentner und Arbeitslosen bei Wahlen in Zukunft nur halb zu zählen, groß.

Damit reiht er sich ein in eine große Zahl von Leuten, bei denen es niemandem geschadet hätte, wenn ihr politischer Handlungswille unter einem Brückenpfeiler geendet hätte. Verlacht und verachtet für politische Forderungen jenseits der “christlichen Nächstenliebe”.

Angefangen von seinem gut sechs Jahre alten Ansatz, Menschen jenseits des arbeitsfähigen Alters einfach mal das Recht auf medizinische Versorgung abzusprechen, über seine derzeitige Erniedrigung für alle Arbeitslosen und die Forderung des Vorsitzende Gottfried Ludewig des “Rings christlich-demokratischer Studenten” RCDS das Zensuswahlrecht wieder einzuführen bis hin zur Kontaktaufnahme zu neofaschistischen  Organisationen vor vier Jahren in NRW, scheinen die jungen unionsnahen Schichten sich merkwürdig zu benehmen.

Aber jetzt bin ich mal ehrlich: Die junge Union  geht mir, solange sie nichts bewirkt, mit Höchstgeschwindigkeit am Arsch vorbei.

Nur leider ist das Phänomen der sich steigernden Lächerlichkeit nicht auf den christlich-demokratischen Nachwuchs beschränkt. Die Junge Union hat zwar einen gewissen Zuwachs, aber gleichzeitig zeigt ihr Vorsitzender auch, wes Geistes Kind ein nicht zu verachtender Teil von ihnen ist.

Die Jungliberalen sind aus Prinzip schon zu vergessen. Die FDP als Steuersenkungspartei, wohlgemerkt nur als Steuersenkungspartei, ansonsten ist jegliche Art von Programm unwichtig, hat genau den, bedauerlicherweise zahlreichen, Nachwuchs, den man von ihrem Vorsitzenden erwarten würde.

Die grüne Jugend hat zwar inhaltlich einiges auf dem Kasten, ist aber in der öffentlichen Wahrnehmung nicht vorhanden.

Und letztendlich die mir sehr lieben Jusos. Seit Jahren stagnieren die Zahlen der Mitglieder, die der aktiven sowieso. Die ehemals größte parteiorientierte Nachwuchsorganisation ist inzwischen kleiner als die Junge Union und die SPD weist einen geringeren Prozentsat an unter-35-Jahrigen auf als Union und FDP.

Insgesamt lässt sich über den Nachwuchs, der sich anschickt später einmal treibende Kraft in der BRD zu sein wenig positives sagen.

So gerne ich Franziska Drohsel auch mag, es wird zappenduster in der Politik, wenn das “neue Jahrzehnt” nicht ganz anders wird, als das alte Jahrhundert.

24. Februar 2009 Geschrieben von | nation, policy | , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eines Staatsmanns Ehrentag

Der Weihnachtsstress ließ mich nicht los, so ist aus einem aktuellen Glückwunsch nun ein Nachruf geworden. Dennoch möchte ich um keinen Preis der Welt Helmut Schmidts 90. Jahrestag thematisch auslassen.

Nun ist es soweit. Helmut Schmidt, das altehrwürdige Walross der Politik ist seit vorgester in der zehnten Dekade seines Lebens.

Engegen meiner Gewohnheit möchte ich hier nicht eine Tirade über unfähige, von der Gesellschaft überschätzte, Fachidioten ablassen, sondern meine tatsächliche Ehrerbietung zum Ausdruck bringen.

Helmut Schmidt ist für mich der letzte lebende Ursozialdemokrat. Scharfsinnig, zielstrebig, geistig und rhetorisch mehr als brilliant, aber auch schwierig und sehr streitbar. Zusammen mit Herbert Wehner und Willy Brand defintiv einer der bedeutendsten Männer des 20. Jahrhunderts.

Geboren am 23.12.1918, kurz nach Ende des ersten Weltkrieges, hat er selber als  Luftabwehrsoldat bei der Wehrmacht gedient. Der Krieg ist sicherlich eine der wichtigsten Stationen in Helmut Schmidts Leben; in der Kriegsgefangenschaft wurde er unter anderem von Hans Bohnenkamp beeinflusst.

Ab ’45 Studiert Schmidt dann, was sein Leben lang auch seine berufliche Agenda prägt: Volks- und Staatswirtschaft. Ab ’46 ist er Mitglied der SPD und beginnt sich im sozialistischen Studentenbund zu engagieren.

1953, vier Jahre nach seinem Abschluss und einigen Berufsjahren in der hamburgischen Behörde für Wirtschaft und Verkehr zieht Schmidt in den Bundestag ein, ab 1957 wird er Mitglied im Bundesvorstand. Während seiner Bundestagskarriere macht er ich den Namen “Schmidt Schnauze” zueigen, welchem er oft gerecht wird. Durch aggressive Rhetorik und ausgefeilte Sätze, sowie beißenden Spott und wertvollen Sachverstand zeichen sich seine Redebeiträge aus. Ab ’62 verlässt Schmid jedoch den Bundestag und wird für drei Jahre Innensenator Hamburgs.

Die Liste lässt sich beliebig weiterführen, über seinen Finanzministerposten bis hin zu seinem Kanzleramt.

Obwohl ich in vielen Punkten überhaupt nicht mit ihm übereinstimme, hat Helmut Schmidt meinen Respekt. Eben wegen seiner aggressiven Diskussionsweise, aber der immer bedachten Äußerungen. Helmut Schmidt hat sich nie verbogen, ist nie Mehrheiten hinterher gerannt, sondern immer seine Fahne hochgehalten und dadurch oft der Vernunft zum Sieg verholfen.

Ich wünsche ihm alles Gute und würde mich freuen kurz vor meinem 28. Geburtstag seinen 100. zu erleben. Das Potential hat er. Scheinbar scheint sein Körper Nicotin und Teer nicht als Zellgift, sondern als Konservierungsmittel tu nutzen.

Dem interessierten Leser würde ich folgenden Artikel der Zeit ans Herz legen.

http://www.zeit.de/online/2008/49/schmidt-timeline

25. Dezember 2008 Geschrieben von | my party, policy | , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten…

RedisignDas Fest der Bücher.

Auch dieses Jahr werden wieder 30 bis 40 Bücher ihren Weg unter das Bäumchen gefunden haben. Insgesamt habe ich in der letzten Zeit viel zu wenig Zeit vor einem Stapel Papier verbracht und gleichzeitig viel zu viel Zeit vor meinem TFT.

Hoffen wir mal, dass sich das, wie geplant dieses Jahr wieder ändert.

Gleichzeitig befinden sich meine beiden Zimmer derzeit im Umbau. Ein kurzer Gang zum Möbelhändler meines Vertrauens und ich hatte mein neues Regal.

Derzeit befindet sich noch alles in der Schwebe, aber einen Teil meiner Bücher habe ich doch in dem Neuen unterbekommen.

22. Dezember 2008 Geschrieben von | literature, music | , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gefühlswelt Politik und interessante Nebensachen

Ich habe mich inzwischen entschlossen ein Blog zu schreiben, in dem meine Gedankengänge zu dem Thema, welches mich generell am meisten bewegt, festgehalten werden.

Die oftmals als dröge und öde empfundene Politik ist es, was mich am meisten im Leben bewegt.

Der Mensch, der in der Lage ist, durch Gestaltung und Einbringung der eigenen Person die Welt zu verändern und im Idealfall zu verbessern, ist das faszinierenste und wichtigste Gut das unsere demokratische Grundordnung zu bieten hat.

Aber auch andere Themen werden ihren Weg in diesen Blog finden.

Filme, Bücher, Sendungen und noch so allerlei.

7. Dezember 2008 Geschrieben von | about my personal world, policy | , , | Hinterlasse einen Kommentar

   

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