Nazis – Weniger aber extremer?
So scheint es zu sein, wenn man die Studie der Friederich-Ebert-Stiftung mit dem derzeitigen Artikel der Frankfurter Rundschau in verbindung setzt. Zum einen scheint die allgemeine Zustimmung zu rechtsextremen Einstellungen, obwohl grade in Bezug auf Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus noch deutlich vorhanden, in Gesamtdeutschland zurückzugehen.
Gleichzeitig wurden von Januar ’08 bis September ’08 schon deutlich mehr rechtsextreme Straftaten geahndet, als es im ganzen Jahr 2007 der Fall wahr.
Extremisierung scheint sich im rechtsextremen Milieu durchzusetzen. Die Frage des Warum ist nur schwer zu beantworten, aber ich glaube der wichtigste Aspekt dabei ist die stetig stärker werdende bürgerliche Fassade der Neofas. Die Pro-Bewegeung, die DVU, die NPD und nichtzuletzt die intellektuelle Elite der Neuen Rechten, die sich sowohl in der CDU als auch in der FDP befinden stärken den Effekt des öffentlichen In-Die-Mitte-Rückens.
Die gesteigerte Gewaltbereitschaft konnte man auch in Dortmund und Köln dieses Jahr beobachten.
Einige Links zum Thema:
http://www.zeit.de/online/2008/52/rechtsextreme-zahl
http://www.fes.de/rechtsextremismus/pdf/081127_zusammenfassung_studie.pdf
Polizeichef mit rechter Gewalt konfrontiert
Passau 14.12.2008.
Ein führender Beamter der Polizei tritt aus seinem Reihenhaus. Konfrontiert sah er sich mit einem glatzköpfigen Hünen, der ihn ausgiebig beschimpfte. Nach einer Zeit verlief der Konflikt zunehmend gewalttätig, letztendlich endete er für den Beamten mit einer 11 cm langen Klinge im Bauch, knapp unterhalb des Herzens.
Sogar einige Grußworte hatte der noch nicht gefasste Täter nach dem Stich übrig:
“Viele Grüße vom Nationalen Widerstand!”
Derzeit ist eine 20-köpfige SoKo damit beauftragt den flüchtigen Täter zu fassen.
Was bedeutet das nun für den Nomalbürger wie dich und mich? Zum Einen heißt das, dass rechtsextremistisch motivierte Gewalt aktuell ist, wie eh’ und je, auch zu Zeiten der Finanz- und bald Wirtschaftskrise, zum anderen bedeutet das aber auch, dass es Menschen gibt, die etwas dagegen tun.
Normalerweise bin ich unserer Polizei recht kritisch gegeüber eingestellt, diverse Erfahrungen auf Demos haben mich sehr skeptisch gegenüber der Qualität des schutzes unsereer Freunde und Helfer gemacht, aber der hier attackierte und glücklicherweise überlebende Polizeichef hat in Passau verstärkt gegen Rechtsextreme gearbeitet.
Auf jeden Fall hat er meinen Respekt und der Angreifer meine tiefe Verachtung.
Aber eine weitere Erkenntnis macht sich breit für alle, die jetzt nicht dem Bild des klassischen unpolitischen Mitbürgers entsprechen. Diese Tat, das in die Privatssphäre eines Polizisten eingedrungen wird, ist bis jetzt einmalig, das Tabu der Rechtsextremen ist gebrochen. Für alle regelmäßigen Demogänger, sei er jetzt DGBler, SPDler, Angehöriger der LiNKEN, Grüner oder Linksautonomer, bedeutet das noch mehr: Die Gefahr, die von den Kameras auf Demos ausgeht ist mehr als real, inwieweit NPD-Datenbänke von Gegendemonstranten existieren weiß niemand, aber die Dokumentierung ist mehr als offensichtlich.
-
Archiv
- April 2010 (1)
- März 2010 (1)
- Oktober 2009 (5)
- September 2009 (2)
- Juni 2009 (1)
- April 2009 (1)
- Februar 2009 (2)
- Januar 2009 (5)
- Dezember 2008 (11)
-
Kategorien
-
RSS
RSS der Einträge
Kommentarfeed