of a socialdemocratic outlook on life…

gegen den Zensusliberalismus

London statt Bundestagswahl – Trauer oder Freude

Diesen Sonntag ist es mal wieder so weit. Gute 60 Millionen Deutsche strömen in Scharen zur Wahlurne…

Na ja, gut. Die Scharen sind gelogen, wie immer wird ein neuer Negativrekord bei der Wahlbeteiligung verzeichnet werden können und wieder ist eigentlich die Frage, ob sich durch diese Wahl wirklich was in Deutschland bewegt, oder ob sie nur Stillstand verheißt.

Ich für meinen Teil werde vom Wahlspektakel nichts mitbekommen, denn ich bin mit meinem Kurs in London – die Stufenfahrt steht an. Die Wahl hingegen habe ich natürlich schon lange hinter mir.

Und nun merke ich, dass es mir auf der einen Seite recht Leid tut, dass ich nicht miterlebe, wie der den schwarz-gelben Ambitionen der Todesstoß verpasst wird; auf der anderen Seite finde ich es sehr schön, nicht miterleben zu müssen, wie die SPD unter ihrem letzten – sowieso schon erbärmlichen – Ergebnis zurückbleibt und die große Koalition sich mit an Sicher

Und so weiß ich nicht, ob ich jetzt mit Trauer oder Freude auf meine politische Abstinenz reagieren soll. Ich glaube, ich lasse es einfach mal auf mich zukommen und werde dann sehen, wie’s ausgegangen ist. Obwohl positive Überraschungen sehr unwahrscheinlich sind.

26. September 2009 Geschrieben von | nation, policy | , , , , , , , | 2 Kommentare

von den USA, der Paranoia und unseren Fehlentwickungen

Blicken wir nicht ganz ein Jahr zurück:

Barack Obama ist der Hoffnungsträger einer ganzen Generation. Mehr als das noch, er ist Hoffnugsträger der Nation. Mit Georg W. Bush steht der unbeliebteste (und das nicht ganz zu unrecht) Präsident an der Spitze der vereinigten Staaten. Auch der konservative Vorzeigerepublikaner John McCain kann das Ruder nicht mehr herumreißen, die traditionalisierte Volksseele der Amerikaner ist zu gebeutelt von einem Krieg, der das Land spaltet und diversen anderen Geschichten.

Und so passiert das unglaubliche: Amerika wählt einen Präsidenten, der schwarz ist, sich intellektuell gibt  UND auch links der Mitte steht.

Doch inzwischen sind die Amerikaner mit ihrer Wahl mehrheitlich nicht mehr ganz so glücklich. Amerika verfällt in seinen alten Polit-Trott, bestehend aus einer Menge erschreckend einflussreichem Lobbyismus, der Paranoia der Rechtskonservativen, und dem erschrockenen Stöhnen des amerikanischen Bürgertums. Die amerikanischen Werte werden verraten.

Verraten von einer Gesundheitsreform, die es nicht mehr vom Geldbeutel abhängig macht, ob sich ein Mensch einen abgesägten Finger wieder annähen kann, um mal bei den Bilder Michael Moores zu bleiben. Statt einer staatlichen Gesundheitsvorsorge, die das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit endlich auch nach Amerika trägt, beharrt Amerika lieber auf privaten Versicherungen, die allen Leuten durch fehlende Markttransparenz das Geld in Billionenhöhe aus der Tasche ziehen. Dem Europäer bleibt nur den Kopf zu schütteln ob der Ignoranz vor so viel menschlichem Leid und Ungerechtigkeit.

Statt sich mit Sachtehemen auseinander zu setztn wird die billigste aller Polemik angewandt um den politischen Feind zu diskreditieren. Und diese Plattheit setzt sich auch in unseren Regionen fest.

Das beste Beispiel war heute wieder Plasberg. Gute Rhetoriker, aber keine Experten. Dem Diskurs wird ausgewichen und gleichzeitig werden Inhalte auf Köpfe reduziert. Angela Merkel hat das sogar als Grundkonzept.

Aber der amerikanische Geist setzt sich wie ein Geschwür überall fest. Von unseren Gesundheitsreformen über Steuerreformen gewinnt das Ideal des freien Geldes – natürlich nur in Verbindung mit dem Trugschluss, dass dies auch freie Bürger bedeutet – an Macht und Einfluss.

Auch ein Guido Westerwelle hetzt gegen “Sozialisten und Kommunisten”, die er bald schon seine blühende Landschaften zerzören sieht. Und er weist gleichzeitig darauf hin, dass Schwarz-Gelb ja nur in den Köpfen der Menschen einen vollkommenen Sozialabbau bedeutet.

Es gilt, diese Auswüchse der Gesellschaft mit aller Macht zu bekämpfen, die einem als demokratisch berechtigten Wähler zur Verfügung stehen.

3. September 2009 Geschrieben von | international, policy | , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

   

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